Claus Richter – Vor der Kulisse, hinter der Kulisse …
Sonntag, 14 Oktober 2018
by tom-admin
Köln, im September 2018. Wie magisch hatten mich seine auf der diesjährigen Art Cologne präsentierten Arbeiten angezogen. In ihrer verspielt nostalgischen, scheinbar leichtfüßigen Ästhetik hatten die ausnahmslos figurativ gestalteten Werke einen fast kindlichen Entdeckergeist in mir geweckt. Was hatte es mit den Teufelchen der Wandarbeit auf sich, die einfach den Zeiger der Standuhr festhielten und mich so herausfordernd angrinsten? Das in einer Art hölzernem Scherenschnitt gefertigte Werk hatte sich bei näherer Betrachtung sehr schnell als alles andere als leichtfüßig entpuppt. Hier wurde nicht einfach nur ein Zeiger, sondern die Zeit angehalten. Ein Schnitt gemacht für ein Ende oder einen Neubeginn. Ein solches Wechselspiel, Tiefsinniges vor scheinbar harmloser Kulisse zu erzählen, ist typisch für die Kunst von Claus Richter, wie ich bei meinem heutigen Atelierbesuch erfahren werde ...
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Johann König – Der Wandel im Kunstmarkt
Dienstag, 02 Oktober 2018
by tom-admin
Immer höhere Rekordergebnisse im Kunsthandel lassen leicht den Schluss zu, dass die Branche insgesamt boomt. Doch warum schließen dann immer mehr Galerien? Wir sprechen mit Johann König, der mit seiner Galerie in Berlin die bisherigen Regeln des Kunstmarktes auf den Kopf stellt und sowohl räumlich als auch konzeptionell zukunftsweisende neue Zeichen setzt ...
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Eva und Adele – Ein Gesamtkunstwerk aus der Zukunft
Sonntag, 16 September 2018
by tom-admin
Wer hat sie nicht schon einmal irgendwo gesehen? Ihr Erscheinungsbild zieht einfach alle Blicke auf sich. Stets identisch in grellen, damenhaften Kostümen gekleidet, stark geschminkt und mit kahlrasierten Köpfen kommen sie bei ihren Besuchen auf den Kunstmessen und Events in aller Welt meist nur wenige Meter voran. Unentwegt bittet sie jemand um ein Foto. Seit nahezu 30 Jahren gibt es ein „Nein“ so gut wie niemals zu hören. EVA & ADELE stellen sich in Pose und lächeln. Und das immerzu. Das Lächeln ist eine wesentliche Komponente ihrer Performance FUTURING, die jede Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem auflöst. Dass diese Performance aber auch von einem beeindruckenden Konvolut an Gemälden, Zeichnungen, Fotografien, Skulpturen, Filmen und Kostümen begleitet wird und in namhaften Museen und Sammlungen auf der ganzen Welt vertreten ist, ist hingegen vielen nicht bekannt. Die Ausstellung L’AMOUR DU RISQUE im me Collectors Room Berlin setzt sich retrospektiv mit ihrem Gesamtwerk auseinander. Eine Gelegenheit, mich vor Ort mit den beiden zu treffen ...
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Eva und Adele
Matthias Wollgast – Genialische Aneignung
Sonntag, 22 Juli 2018
by tom-admin
Bonn/Düsseldorf, im Juni 2018. Durch die Ausstellung „The Steps with no Name“ im Kunstmuseum Bonn begleitet mich heute kein geringerer als der Künstler, für den diese Ausstellung ausgerichtet ist – Matthias Wollgast. Bonner Kunstpreis, Förderpreis für Bildende Kunst des Landes NRW, Einzelausstellungen in Museen ... es läuft gerade richtig gut für ihn. Was macht das Besondere in seinem Werk aus, das sich zwischen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Film, Künstlerbuch und sogar Möbeldesign bewegt? ...
Markus Ambach – Die Stadt als Atelier
Sonntag, 24 Juni 2018
by tom-admin
Düsseldorf, 23. Mai 2018. Versteckt im Hinterhof der Harkortstraße befindet sich jenes traditionsreiche Atelierhaus, das bereits Gerhard Richter und Blinky Palermo als Ort kreativer Inspiration diente. Heute ist es die organisatorische Schaltzentrale des Künstlers Markus Ambach. Ambach, der als Ausstellungsmacher immer wieder neue Formate für außergewöhnliche Kunstprojekte entwickelt, bezeichnet die Stadt als sein Atelier. Warum, das erzählt er mir heute mit Blick auf sein aktuelles Projekt "Von fremden Ländern in eigenen Städten", das seit dem 2. Juni und noch bis zum 19. August 2018 das Areal rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof bespielt ...
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Claudia Mann – Auf der Suche nach dem Ursprung der Skulptur
Sonntag, 27 Mai 2018
by tom-admin
Düsseldorf, 17. April 2018. Kunstgießerei Schmäke. Hier treffe ich Claudia Mann, Preisträgerin des Förderpreises für Bildende Kunst der Stadt Düsseldorf. Ihr Bronzeguss "Solid Aero" befindet sich in der letzten Phase der Fertigstellung. Ein ungewöhnlicher Treffpunkt für einen Atelierbesuch insofern, als dass in diesem Stadium die Arbeit des Künstlers doch eigentlich weitestgehend abgeschlossen ist. Nicht so bei Claudia Mann ...
Ich fahre auf den Hof und werde Zeuge des Patinierungsprozesses einer Skulptur von Markus Lüpertz. Gemeinsam mit Claudia Mann beobachte ich den Vorgang und bin überrascht, in welcher Geschwindigkeit die Bronze durch das chemische Verfahren ihre Farbe wechselt. „Ich wollte mir das unbedingt anschauen, weil ich noch Optionen sammle und für mich klären will wie weit es möglich ist, die reine Gusshaut stehen zu lassen“, erzählt sie mir und schon sind wir mitten im Thema. „Bei meiner Arbeit ist es von elementarer Bedeutung, dass ich den gesamten Entstehungsprozess selbst entscheide. Dazu gehören dann entsprechend auch die einzelnen Arbeitsschritte innerhalb des Gussverfahrens. Ich dachte, dass es deshalb sinnvoll ist, sich zunächst hier zu treffen, bevor wir dann anschließend zu meinem Hauptatelier fahren.“
Eine tolle Idee! Ich fühle mich wie bei der Sendung mit der Maus ...
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Jürgen Klauke – Vom Betrachter zum Betroffenen oder, wie viel verrät mein Kunstgeschmack über mich selbst?
Sonntag, 22 April 2018
by tom-admin
Köln, 15. März 2018. Ein graffitibesprühtes ehemaliges Lagerhaus. Passt, denke ich bei meiner Ankunft. Genau so habe ich mir das Atelier von Jürgen Klauke vorgestellt. Das Haus ist ebenso eigenwillig wie seine Kunst. Seit Ende der 1960er Jahre setzt er Maßstäbe: bei der Entwicklung der konzeptionellen Fotografie, in Body-Art und Performance. Darüber hinaus umfasst sein Œuvre ein beeindruckendes Konvolut an Zeichnungen. Initialzündung für die Auseinandersetzung mit seiner Arbeit war für mich die Serie DR. MÜLLERS SEX-SHOP ODER SO STELL’ ICH MIR DIE LIEBE VOR.
Selten zuvor habe ich vergleichbarere Diskussionen über Kunst erlebt. Reaktionen zwischen Anziehung und Abstoßung führten von kopfschüttelndem Abwenden über die Diagnose: „Uih! Ist aber ganz schön schräg. Der muss aber einiges an Drogen genommen haben“ bis hin zur Frage, ob ich mir so etwas zu Hause aufhängen würde.
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IN EWIGKEIT. Ein Kunstprojekt von Dalinc Dereköy und Carsten Sander
Donnerstag, 05 April 2018
by tom-admin
Düsseldorf. Ist es möglich in einer Zeit, die durch gewaltsame religiöse Auseinandersetzungen geprägt ist, verschiedene Glaubensgemeinschaft innerhalb eines Kunstprojekts zu vereinen? Die Antwort lautet „Ja“, wie das Projekt ,IN EWIGKEIT’, fotografiert von Carsten Sander, auf eindrucksvolle Art und Weise bestätigt. Um Teil einer gemeinsamen Ausstellung zu werden, öffneten katholische, evangelische, griechisch-orthodoxe, buddhistische, sunnitische, muslimische und jüdische Glaubensgemeinschaften unterschiedlichster Nationalitäten ihre Gebetshäuser. Sie erlaubten darüber hinaus, dort während der jeweiligen Messen zu fotografieren. Initiator dieser ungewöhnlichen Idee ist Dr. Dalinc Dereköy, Vorsitzender des KDDM (Kreis der Düsseldorfer Muslime) ...
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